Unsere Kinder sammeln Spenden für Kinder in Albanien und für den Umbau der Pfarrscheune ...

Auch in diesem Jahr haben die Christenlehrekinder anläßlich der Dreikönigstages vielen Menschen in Großschwabhausen eine kleine Freude gemacht: Bei naßkaltem Wetter sind sie am vergangenen Samstag (7. Januar) als kleine Könige mit Mänteln und Kronen verkleidet unter dem Zeichen des Sterns von Tür zu Tür gezogen und haben mit einem Lied die gute Botschaft von der Geburt des Christuskindes sowie gute Wünsche für das neue Jahr überbracht.
Dabei haben sie neben einem Informationsblatt zum Verwendungszweck der erbetenen Spenden (siehe unten) auch einen Aufkleber mit dem Schriftzug "20 * C+M+B * 12" übergeben. Die Buchstaben in der Mitte weisen auf die Namen der drei Weisen aus dem Morgenland - Caspar, Melchior und Balthasar hin. Sie können ebenfalls als Abkürzung der lateinischen Worte „Christus mansionem benedicat“ = „Christus segne dieses Haus“ gedeutet werden - ein Wunsch, den die Kinder gerne weitergegeben haben.
Für ihren fröhlichen Auftritt und ihre Ausdauer sind die 10 Kinder von den Großschwabhäusern auch reichlich mit Spenden in Form von Geld und Süßigkeiten bedacht worden. Ihren letzten Auftritt haben die Sternsingen am kommenden Sonntag, den 15. Januar 2012, um 9:00 Uhr im Gottesdienst in der Kirche zu Kleinschwabhausen.
Die Eltern der Kinder und die Organisatoren möchten allen Beteiligten und Spendengebern im Namen der Albanienstiftung "Hoffnung für Leskovik" und der Kirchgemeinde Großschwabhausen für den Erlös von fast 600 Euro und den freundlichen Empfang der Kinder herzlich danken.
(mehr Bilder und Informationen unter Weiterlesen... )
Fotos von der Sternsingeraktion am 7. Januar in Großschwabhausen
Informationen über die Albanienarbeit von „Hoffnung für Leskovik“
Bericht vom Sommereinsatz der Familie Neuland in Leskovik im August 2011
Gewohnt haben wir diesmal schon im von Ervis Lako, unserem Angestellten, ausgebauten Zimmer im Gemeindezentrum. Das Bad hat ein Sitzklo und man kann über einen Wasserboiler warm duschen. Den Luxus hatten wir, als wir 2003 bis 2008 in Albanien lebten, noch nicht. Auch gibt es eine Waschmaschine. Aber die Wohnsituation ist noch provisorisch, da es noch keine Küche gibt und das Bad auch nicht gefliest ist. Holzöfen sorgen für Wärme...
Rozana, die für die geistliche Arbeit zuständig war, hat bisher in unserem Zimmer gewohnt. Wir konnten es nutzen, da sie fast die gesamte Zeit unseres Aufenthaltes in Erseka zu Sommerfreizeiten war, zu der so auch erstmals mehrere Mädchen mitgefahren sind. Diese Sommerfreizeiten kamen sehr gut an, wie wir auch aus der Campleitung hörten.

Im Sommerfreizeit-Camp in Erseka
Rozana hat noch eine Abschiedsfeier veranstaltet und wird im neuen Jahr nach Italien ziehen und dort heiraten. Wir danken ihr für ihren Einsatz, und dass sie den Menschen eine Freundin, und ein Helfer und ein Hinweisschild auf Gott war.
Gefreut hat uns, dass die Kinder der Hirtenfamilie, deren Haus zu Weihnachten 2008 komplett abgebrannt war, bei unserer Ankunft deutlich sauberer waren als dies noch einige Wochen zuvor der Fall war. Auch die Wohnung war in einem nicht wieder zu erkennenden – sprich sauberen Zustand.
Unser Besuch hat da wohl einiges bewirkt. Positiv war auch, dass Verwandte dieser armen und sozial ausgegrenzten Familie ihr eine Waschmaschine gekauft haben. Wir haben beim diesjährigen Sommereinsatz bewusst an deren Haus nichts getan. (Man könnte noch ein Zimmer ausbauen und Türen anfertigen.) Vieles ist jetzt besser als vor dem Brand, vor allem, dass sie jetzt eine Toilette im Haus haben. Einem Tischler haben wir Holz gegeben, damit er noch zwei Holzfenster baut. Den Arbeitslohn zahlen Verwandte, denen es wirtschaftlich besser geht.

Im neu errichteten Haus der Hirtenfamilie
Besonders wichtig ist jetzt der weitere Ausbau des Hauses der Begegnung. 2011 hat Ervis mit Außenmauern aus Naturstein begonnen. Dem Verbesserungsvorschlag eines Nachbarn folgend werden wir jetzt das Grundstück auf eine Ebene abbaggern lassen, was den Nutzungswert und die Optik deutlich steigert. Wir sind dankbar, dass die Stadtverwaltung dies auch so genehmigt hat.

Anlieferung von Natursteinen zu Bau der Grundmauern des Begegnungszentrums
Den vor 3 Jahren aus dem Keller hochgehievten, ca 1 Tonne schweren Felsbrocken haben wir aus der zukünftigen Küche in den Gottesdienstraum verschoben. Er soll später das Grab Jesu symbolisieren und ein Kreuz bekommen. Der Fels ist ein Abbruch vom Berg Melesin. Leskovik wird auch die Stadt am Felsen genannt. Wir nehmen den Felsbrocken als Altar, damit er auf den Fels unseres Lebens, Jesus Christus, hinweisen soll. Eines hat er bereits bewirkt: Auch ein Drogenboss hat ihn sich bereits respektvoll angeschaut – einer, der zu Beginn unseres Missionsdienstes sagte, dass er mit mir nicht über Religion reden wolle.

Ervis und Dietmar beim Verlagern der späteren Altarsteines
Ervis Lako hat geheiratet. Seine Frau Ilda kommt aus einem Dorf in der Nähe der nördlichen Stadt Shkodra. Sie haben sich über das Internet kennen gelernt. Sie hat islamischen Hintergrund, was in der albanischen Ehekultur normal ist. Umso mehr freuen wir uns, dass sie gemeinsam in der Bibel lesen und auch zu einer Übertragung eines Willow-Creek-Kongresses in Korca waren, der ihnen sehr gut gefallen hat.
Aber ihre wirtschaftliche Situation ist sehr dürftig. Von daher ist es wichtig, dass er noch einige Zeit Arbeit an dem Ausbau des Gemeindezentrums hat. Es sagt viel über die wirtschaftliche Situation, dass sie sich keine Hochzeit leisten konnten. So haben sie nur im engsten Familienkreis etwas gefeiert. Als wir kamen, gab es dann noch mal ein herzliches Festessen.

Festmahl für die Freunde aus Deutschland anlässlich der Hochzeit von Ervis und Ilda
Ervis setzt seine Ausbildung als Tischler fort. Wir haben das Spiel „Wikinger Schach“ selbst hergestellt. Wer möchte, kann es bei uns für 20,- Euro zuzüglich Porto erwerben. Bestellungen nehmen wir (Neulands) entgegen. In den Osterferien werde ich mit den Kindern und einem Ingenieur aus Bayern wieder nach Albanien fahren und kann diese Artikel dann mitbringen.
Zusätzliches Geld verdient sich Ervis mit dem Schärfen von Hartmetallsägeblättern und Hobeleisen von Hobelmaschinen. Langfristig hoffen wir, dass Ervis vielleicht mit einem anderen Tischler zusammen den Tischlerberuf ausführen kann, um wirtschaftlich auf stabile Füßen zu stehen. Gefreut hat uns, dass Ervis jetzt überlegt, selbst Kindertreffen durchzuführen. Vielleicht kann er mit seiner Frau, wenn sie innerlich so weit sind, später mal die Bibelschule in Erseka besuchen.

Ervis bei der Ausbildung an der Drechselbank mit Kopiereinrichtung
Wichtig war es, viele Menschen zu besuchen. Ein Besuch war mir (Dietmar) besonders eindrücklich: Wir haben in Leskovik die Eltern von Eduard Konica besucht, der aus wirtschaftlichen Gründen in Griechenland lebt.
Gedicht eines Albaners aus Leskovik, der 2010 ein Buch mit Gedichten veröffentlichte
„Wie eine sich niederlassende Taube
Inmitten einer Blumenanlage umherhüpfend,
Um Brosamen des Schicksals zu finden.
Die aus einer Hand dir zufallen mögen, um dich zu sättigen.
Dies ist mein Schicksal.
Das eines Emigranten“
Eduard Konica
Doch die Brosamen bleiben im Zeichen der Wirtschaftskrise in Griechenland für ihn und seine dreiköpfige Familie aus. Seine Arbeit als Elektriker hat er verloren. Der neu eröffnete Gemüseladen verursacht mehr Kosten als dass er etwas abwirft. So schreibt er in einem anderen Gedicht:
„Die Tage vergehen wie ein wildes Meer,
dessen Wellengang stark gegen die Felsen schlägt.
Jeder Tag der kommt,
bringt eine neue Welle,
angefüllt mit einem Geist, der mir schmerzt.“
Eduards Vater sitzt seit über 20 Jahren im Rollstuhl und bekommt eine geringe Invalidenrente. Seinem Sohn mit Familie geht es wirtschaftlich noch schlechter. Sie haben sich riesig über unseren Besuch gefreut. Wir haben ihnen viel zugehört, mit ihnen gebetet, ihnen einige Bücher mit seinen Gedichten abgekauft, die wir dann weiterverschenkt haben und etwas privates Geld da gelassen. Die Frau kam zum Gottesdienst und das tat ihr gut.
Ein Grund, dass wenige Erwachsene zum Gottesdienst kommen ist, dass viele eine 7 Tage Arbeitswoche und deshalb kaum Zeit haben. Sehr viele sind im Drogengeschäft involviert, was für sie eine zusätzliche Hemmschwelle bedeutet, in einen Gottesdienst zu gehen. Umso mehr habe ich mich gefreut, dass die Frau eines Drogenbosses mit ihren Nachbarinnen und Freundinnen auf unser Gelände kam und wir zusammen gegrillt haben. Schön ist auch, dass alle Kinder von Drogenbossen, die Kinder im Kindesalter haben, mehr oder wenig regelmäßig zum Kinderprogramm kommen. Der Drogenschmuggel, der in Leskovik von mehreren Gruppen organisiert wird, lässt auch schon Jugendliche auf die schiefe Bahn kommen. Ervis wurden 5000,- Euro für eine Schmuggeltour nach Griechenland angeboten. Wir sind dankbar, dass er standhaft ist und beten, dass dies auch so bleibt. Aber so werden in Leskovik ganze Familie ernährt und teilweise auch mit Luxus versorgt. Nur da, wo sich wirtschaftliche Alternativen bieten und in „saubere“ Geschäfte investiert wird, wird sich dies bei gutem Willen auch ändern können. Ein schlechtes Gewissen habe ich bei einigen, die im Drogengeschäft tätig sind, gespürt. Aber sie merken auch, dass wir selbst genügsam leben und Menschen im Ort unterstützen, um auf „saubere Art“ den Lebensunterhalt zu verdienen.
Das in diesem Jahr von den Sternensängern gesammelte Geld werden wir für den weiteren Ausbau des Hauses der Begegnung verwenden. Allen Kindern, Eltern und Spendern sei herzlich gedankt.
Eilice und Dietmar Neuland
Kirchberg 18
99713 Holzthaleben (Thüringen)
Bankverbindung (Spendenkonto):
Teen Challenge „Haus Neubruch e.V.“
Raiffeisenbank Gotha
Kto.-Nr.: 442577
BLZ: 82064168
Stichwort: Alb HFL












