Kirchspiel Großschwabhausen

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Nach dem Fest ist vor dem Fest

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Der Jubiläumsumzug in Großschwabhausen

Das war ein großes Fest für das Dorf Großschwabhausen: Viele Besucher kamen. Extra für den Umzug am Samstag hörte der Regen auf. Am Sonntag gab es strahlenden Sonnenschein mit einem  Gottesdienst im Freien, vielen Gästen im Dorf, vielen Attraktionen, Musik, Spiel, Begegnungen und durchweg freundlichen Menschen. Nun ist das Fest vorbei, der Alltag läuft wieder, hinter uns liegt eine schöne Erinnerung. Vor uns aber auch die Sehnsucht nach Erholung von den Strapazen und die alltägliche Arbeit. Aber schon stehen die nächsten Feste an: Kirmes, Schulanfang, mancherlei Geburtstage, Erntedankfest. Wieder Vorbereitung, Überlegungen, Organisieren, nichts vergessen. Hoffentlich wird das nächste Fest gut. Wir brauchen diesen Wechsel zwischen Arbeit und Feiern. Deshalb hat Gott in seiner Schöpfungsordnung den siebenten Tag „erfunden“, den Tag der Ruhe und des Festes, der Begegnung mit ihm und unseren Mitmenschen. Aber irgendwann hört das mit den Festen einmal auf, da ist „nach dem Fest“ eben nicht mehr „Vor dem Fest“. Ich persönlich werde mit meiner Frau das Erntedankfest hier nicht mehr als aktiver Pfarrer erleben. Da wird mein Ruhestand gerade 4 Tage alt sein. Ob das ein Fest wird? Vielleicht sitzen wir in der neuen Wohnung auf Kartons und müssen noch alles sortieren. Wir freuen uns auf den Ruhestand und sind dankbar für alles, was wir in den 5 ½ Jahren hier erleben durften. Wie vielen wunderbaren Menschen sind wir begegnet, wie viel erfüllte Zeit haben wir erlebt! Ein herzliches Dankeschön allen, die uns das Leben hier so lebenswert gemacht haben! Auch manches Schwere erlebten wir. Wir mussten Abschied nehmen von Menschen, die uns wichtig geworden waren, haben die Trauer anderer erlebt und standen manchmal ratlos davor. Mit verkehrten Worten und versäumten Gelegenheiten  haben wir und besonders ich als Pfarrer Menschen enttäuscht. Das tut mir leid, und ich bitte um Vergebung. Dennoch überwiegt die Dankbarkeit für diese Jahre, die vielen Feste, die Begegnungen, die Arbeit, die wir gemeinsam mit vielen von Ihnen tun durften und die Lieben, die wir erfahren haben. Noch haben wir drei Monate Zeit hier in diesen Dörfern. Wir freuen uns auf die Feste, die wir noch gemeinsam erleben werden und auch auf die Arbeit dazwischen. Eins aber steht fest:  Das große Fest am Ende aller irdischen Zeit, das hat Gott schon bereit für uns. Darauf wollen wir uns in dieser Zeit vorbereiten und dafür arbeiten – ganz egal ob mit alten Pfarrersleuten oder mit einer neuen Pfarrerin.

 

Seien Sie von Herzen Gott befohlen
Ihre Pfarrersleute Klaus und Karla Bergmann